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Der "Nolli" bildet schon seit einem Jahrhundert das Zentrum des "Homo-Kiezes" von Berlin (*). Hier im Umkreis - heute insbesondere im Bereich Motzstraße und Fuggerstraße - häufen sich schwule Kneipen. Schon in der Weimarer Republik gab es hier beispielsweise das "Eldorado" , das bald nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten geschlossen und konfisziert und dann in ein NSDAP-Parteilokal umfunktioniert worden war. In der Zeit der Teilung der Stadt entwickelte sich dann ein "Homo-Kiez Ost" am Prenzlauer Berg; der "Nolli" blieb Mittelpunkt der "Homos West". Die Gedenktafel für schwule Naziopfer mit der Aufschrift "Totgeschlagen - Totgeschwiegen" hat somit nicht von ungefähr ihren Platz an der Außenwand der U-Bahn-Station Nollendorfplatz erhalten. Vor wenigen Jahren wurde wenige Schritte davon entfernt ein neues "Homo-Monument" in den Regenbogenfarben errichtet, das verdeutlichen soll, dass der "schwule Kiez" heute wieder voller Leben ist.
Links: Gedenktafel am Nollendorfplatz von 1989
Untere Bilder: das neue Berliner "Homo-Monument" (2000)
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(*) "Der Nollendorfplatz ist der zentrale städtische Ort, der für schwules und lesbisches Leben in Berlin steht. Etwa seit Anfang dieses Jahrhunderts [ gemeint ist hier das 20. ] hat sich hier eine kulturelle und kommerzielle schwule Szene entwickelt, die trotz historischer Einschnitte eine erstaunliche Kontinuität aufweist. Treffpunkte ... der Homosexuellen lagen über die ganze Stadt verstreut. ... Der Wachstumsschub der Stadt zwischen 1870 und 1900 ließ den "Neuen Westen" entstehen, ... auf Schöneberger und Charlottenburger Gebiet. Mit der Unterhaltungskultur (Theater, Kinos), die die Gegend zwischen Nollendorfplatz und Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zu einem zweiten urbanen Zentrum werden ließ, kamen homosexuelle Treffpunkte: Bars, Ballhäuser, Tanzdielen. In den zwanziger Jahren soll es 80 - 100 schwule und lesbische Lokale, z.T. stadtbekannte und populäre Etablissements, in Berlin gegeben haben, von denen sich die meisten um die Bülow- und Kleiststraße gruppierten. ... [Es] sollen während der [ NS-Zeit und der ] Kriegsjahre einzelne Lokale hinter einer "heterosexuellen Fassade" weiterexistiert haben. 1946 aber fand in der Bülowstraße der erste Tuntenball nach dem Krieg statt."
[ Zitiert aus: Denkschrift - Der homosexuellen NS-Opfer gedenken. Senatsverwaltung für Jugend und Familie, Fachbereich für gleichgeschlechtliche Lebensweisen. Berlin 1995 - Zurück ]
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