Verhältnis ist entkrampft.
30 Jahre HuK Hannover.


Bernd König / Ingrid Kölpin / EZ-Redaktion:

(Aus: EZ Evangelische Zeitung 62 (18) 16 (4. Mai 2008, Ausgabe Landeskirche Hannover))

Verhältnis ist entkrampft
30 Jahre HuK Hannover. Feier in der Kreuzkirche.

Hannover. Die Ökumenische Gemeinschaft Homosexuelle und Kirche - HuK Hannover e.V. - besteht am Freitag, 9. Mai, 30 Jahre. Der Jahrestag wird in der Kreuzkirche gefeiert.

Seit drei Jahrzehnten setzt sich die HuK in Hannover für die Belange homosexuell liebender Christinnen und Christen in den Kirchen ein. Sie ist die größte Regionalgruppe in der Bundesrepublik. Ihre Stellung als rechtlich selbstständiger Verein ermöglichte die Einrichtung eines eigenen Beratungs- und Begegnungszentrums inmitten der Altstadt von Hannover, das mittlerweile seit zwölf Jahren dort in der Schuhstraße 4 besteht.

Prägend für die HuK Hannover war die Auseinandersetzung mit der hannoverschen Landeskirche um die Pastoren Klaus Brinker und Hans-Jürgen Meyer. Ersterer verstarb vor fünf Jahren im 25. Jahr der HuK Hannover; für Letzteren endete gegen Ende des Jahres 2005 nach 21 Jahren der Wartestand. Indem die Landeskirche somit einen Schlussstrich zog, wurde das Verhältnis entkrampft und auf eine neue, in die Zukunft weisende Grundlage gestellt.

Da in Kirche und Gesellschaft die Akzeptanz gleichgeschlechtlich liebender Menschen leider immer noch nicht selbstverständlich ist, gibt es für die HuK Hannover immer noch viel zu tun. Schwerpunkte ihrer Aktivitäten sind dabei nach wie vor die Information und Aufklärung zur Homosexualität in Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen, in Schulen, Betrieben und andernorts, Seminare und Fortbildungen, die Mitarbeit in kirchlichen Gremien, persönliche Beratung und Seelsorge (z.B. auch Partnerschaftssegnungen), die Kooperation mit Elterngruppen, örtlichen Beratungseinrichtungen und Initiativen zum Gedenken an NS-Opfer, ökumenische Gottesdienste, thematische oder frei gestaltete Gruppenabende und nicht zuletzt unsere Freizeitangebote. Dabei begegnen sich homo- wie heterosexuelle Männer und Frauen sowie Transsexuelle - Menschen unterschiedlichster Lebens- und Glaubenserfahrung - in wahrhafter Ökumene.

Die Jubiläumsfeierlichkeiten am 9. Mai beginnen um 19 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Kreuzkirche. Es singt der Bach-Chor unter der Leitung von Professor Jörg Straube; die Predigt hält der Geistliche Vizepräsident Arend de Vries. Den Abschluss bildet ein Empfang im Gemeindehaus. (red)


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